Sind eure Kids eher die Stillen, die ihre Gefühle für sich verarbeiten, oder lassen sie auch mal so richtig Dampf ab?
Wir haben hier zu Hause so ein richtiges Krawallkehlchen – unsere Große. Aber wenn man genauer hinsieht, merkt man schnell: Da will einfach nur ein ganzer Sturm an Gefühlen raus! Es ist immer wieder erstaunlich, was und vor allem wie viel in so kleinen Köpfen vor sich geht.
Genau an diesem Punkt setzen Madlen Ottenschläger, eine meiner liebsten Kinderbuchautorinnen, und Illustratorin Ramona Wultschner an. Sie haben ein so herzerwärmendes Buch geschaffen, das genau diese Momente aufgreift. Es ist einfach wunderschön zu sehen, wie Kinder darin erkennen: „Hey, ich bin nicht allein mit meinen großen Gefühlen!“ Und das ist doch das Schönste, was man ihnen mitgeben kann, oder?
Verlag: Fischer
Text: Madlen Ottenschläger
Illustrationen: Ramona Wultschner
ab ca. 4 Jahren
Worum geht’s?
Mika ist aufgeregt, denn heute geht es mit seiner Kindergartengruppe hoch hinaus. Gemeinsam wollen sie „Waldtraut – Wipfel befliegen“, und diese Tanne ist schon mächtig hoch. Doch der Morgen hat es irgendwie in sich, was vielleicht auch ein klein wenig mit Mikas unbändiger Vorfreude zu tun hat.
Der Gärtner des Stadtparks krawallt ganz außerordentlich, Mika kommt zu spät zum Frühstück, er schubst seinen Papa beinahe vom Ast, und Mama packt (fast) all seine im Rucksack verstauten „Superwichtigkeiten“ wieder aus. Auch der Weg zur Kita verläuft ganz anders als geplant. Doch dort angekommen, stellt Mika mit Schrecken fest: Seine Gruppe ist schon ausgeflogen – oder vielleicht doch nicht? Was macht Seppi, die größte Gefahr des Stadtparks, hier, und warum hat der Busch plötzlich (fast) 1000 verängstigte Augen? Ob es Mika wohl gelingen wird, seine Freunde und den Ausflug zu retten?
Themen und mein Fazit
* Wut und der Umgang mit starken Gefühlen: Das Buch zeigt, dass es okay ist, wütend zu sein und Gefühle zu zeigen. Es ist aber wichtig, einen Weg zu finden, um mit diesen Emotionen richtig umzugehen.
* Gesprächsanlässe: Am Ende des Buches gibt es ein Gefühlsrad, das dabei hilft, über die eigenen Gefühle zu sprechen und sie zu benennen.
* Ausdrucksstarke Illustrationen: Die farbenfrohen und ausdrucksstarken Bilder begleiten und unterstützen die Geschichte perfekt.
Schon das Cover ist so einladend, dass man einfach zugreifen muss! Es zeigt das kleine Krawallkehlchen Mika in voller Action, und man spürt sofort: Hier wird’s lebendig! Gleich zu Anfang der Geschichte wird deutlich, dass nicht immer Mika derjenige ist, der herumkrawallt. Nein, auch andere sorgen für ordentlich Krach! Aber Mika ist eben der, der sehr viel fühlt und diesen Gefühlen meistens mit einem lauten „OAAAAAAAHHH!“ Luft verschafft. Und das ist auch verdammt gut so, denn genau damit bekommt er das fiese Pieksen in seinem Bauch in den Griff.
Mika ist aber nicht nur laut, er ist auch ziemlich selbstbewusst! Er setzt sich sogar über die Handlungen seiner Mutter hinweg und hat am Ende auch noch völlig Recht. Mika wird einfach von seinen Gefühlen begleitet, die im Notfall auch mal wie ein Vulkan herausbrechen können. Und dann? Dann verpuffen sie wieder, als wäre nie etwas gewesen!
Das Buch ist unglaublich einfühlsam und zeigt niemals mit dem Finger auf Mika, sondern sagt ganz leise, aber deutlich: „Du bist nicht alleine mit deinen Gefühlen, egal ob laut oder leise.“ Die wunderschönen, immer doppelseitigen Illustrationen begleiten Mikas Geschichte und seine Emotionen in bunten, kräftigen Farben. Es macht Spaß, sie zu betrachten, und sie sind eine tolle Ergänzung zum Text. Mika ist eine Figur, mit der sich viele Kinder identifizieren können, die ebenfalls manchmal mit ihren starken Emotionen zu kämpfen haben.
Vielen Dank an @fischer.sauerlaender_kids für das Rezensionsexemplar. (Werbung)

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