Ein bisschen älter und schon drohen neue Herausforderungen? Davon können wohl gerade Kinder ein Lied singen, denn in welcher Phase des Lebens geht es turbulenter und rasanter zu als in dieser?
Die Bücher rund um Molly, geschrieben von Sabine Lemire und Signe Kjaer (Klett Kinderbuch Verlag), bieten zwei „perfekt unperfekte“ Geschichten für alle kleinen Alltagsmeister.
Was können eure Kinder heute, was sie gestern noch nicht konnten? Vielleicht ist es der Mut, in diesen Büchern Mollys turbulente Gefühlswelt zu begleiten!
Die Achterbahnfahrt der Gefühle: Zwei Geschichten
Molly ist eher zurückhaltend und schüchtern und so begegnet sie in ihrem Alltag immer wieder dem ein oder anderen Hindernis. Ihre Gefühle sind dabei sehr echt und unmittelbar.
Die neue Schule
Neue Schule, neue Freunde – neues Alles.
Molly hat die Schule gewechselt und musste ihre beste Freundin Ellen „zurücklassen“. Der Start in der neuen Schule fällt ihr gar nicht leicht. So viele neue Gesichter und dann auch noch eine verflixte Toilettentür, die sie einfach auf dem Schulklo einsperrt. Zum Glück gibt es hier Lily – doch will die überhaupt Mollys Freundin sein?
Dieses Buch thematisiert den Umgang mit Schulwechsel und dem damit verbundenen Anpassungsdruck, die Einsamkeit und den Mut, neue Leute kennenzulernen.
Ein eigenes Zimmer
Das Zimmer teilen mit dem kleinen Bruder? Molly könnte sich echt Besseres vorstellen und doch muss sie es tun. Und es nervt sie so sehr, denn immer und überall liegen Mingus’ Spielsachen herum. Freundinnen lädt Molly da nur ungern ein, denn was sollen sie bloß von ihr denken?
Doch leider sind ihre Eltern da ganz anderer Meinung – bis Molly eine kreative Idee hat.
Hier geht es um den Wunsch nach Privatsphäre / eigenem Raum, um Geschwisterrivalität und darum, Konflikte zu lösen und Kompromisse zu finden.
Der Blick hinter die Wut: Ein wichtiges Ventil
Besonders wertvoll an diesen Geschichten ist, dass sie die normale Gefühlswelt eines Kindes zeigen, das so langsam ins Reich der Pubertät eintritt. Molly ist kein perfektes Vorzeigekind, und das ist gut so!
Im ersten Band gibt es eine Szene mit ein paar Schnecken, in welcher Molly dafür sorgt, dass ihr kleiner Bruder sie zertritt. Das mag auf den ersten Blick befremdlich oder abstoßend wirken. Doch dahinter steckt eine wichtige Botschaft:
Diese Szene ist ein Ventil für Molly Frust und ihre Hilflosigkeit, die durch den Schulwechselstress, die weit entfernte beste Freundin und ihren (für sie nervigen) kleinen Bruder ausgelöst werden.
Sie zeigt (gerade Eltern), dass Belastung nicht immer sofort nach außen hin sichtbar sein muss, sondern sich auch in aggressiven oder unerwarteten Handlungen zeigen kann. Die Szene regt alle Zuhörer und (Selbst-) Leser dazu an, hinter das offensichtliche Verhalten eines Kindes zu blicken und die Ursache für diese Wut zu ergründen.
Fazit und Lesealter
Beide Bücher haben eine ausreichend große Schrift für geübte Erstleser. Die Illustrationen begleiten die Geschichte auf jeder Seite und unterstützen das Textverständnis. Sie sind eine tolle Grundlage, um mit den zuhörenden Kindern über die eigenen Gefühle zu sprechen – denn es ist ganz normal, sich unsicher, wütend oder traurig zu fühlen!
Das empfohlene Lesealter liegt bei ca. 6 Jahren. Aufgrund der oben beschriebenen Schnecken-Szene schließe ich mich dieser Empfehlung an und würde sie, je nach Reife der Kinder, sogar auf 7 / 8 Jahre erhöhen.
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