Bist du bereit für eine Reise an einen Ort, an dem die Zeit stillsteht und jede menschliche Erinnerung ein sicheres Zuhause findet?
Wenn du Geschichten liebst, die Historie mit einem Hauch Magie verweben, dann ist „Das Buch der verlorenen Stunden“ von Hayley Gelfusio genau das Richtige für dich. Dieser Roman besticht durch ein wunderschönes, schlichtes Design und eine Atmosphäre, die einen sofort in ihren Bann zieht. Es ist ein tiefgründiges Debüt über die Frage, was uns als Menschen eigentlich ausmacht.
Die Eckdaten zum Buch
- Herausgegeben vom dtv Verlag
- Autorin: Hayley Gelfusio
- Übersetzung: Christine Blum & Jens Plassmann
- Umfang: 480 Seiten voller Magie und Geschichte
Worum geht es?
Inmitten der Zerstörung der Reichspogromnacht 1938 findet Lisavet Zuflucht an einem Ort, der für normale Augen unsichtbar bleibt. Ihr Vater, ein Uhrmacher mit einem Gespür für das Verborgene, rettet sie in eine geheimnisvolle Bibliothek, die sicher hinter den Grenzen des Alltags verborgen liegt.
Während draußen die Welt in Dunkelheit versinkt, findet sich Lisavet in einem riesigen Archiv wieder, in dem die Momente aller Menschen lagern. Doch schnell wird klar: Dieser Ort ist kein friedliches Museum. Mächtige Zeithüter sortieren die Vergangenheit aus und bestimmen willkürlich, welche Erinnerungen für immer verloren gehen sollen.
Lisavet weigert sich, dieses Urteil zu akzeptieren. Heimlich beginnt sie, die aussortierten Momente aufzuschreiben. Es ist der riskante Versuch einer jungen Frau, die Wahrheit zu retten, während die Welt um sie herum versucht, diese auszulöschen.
Was diesen Roman so besonders macht
Hier sind die Kernthemen und Highlights, die mich während des Lesens besonders bewegt haben:
- Die Unersetzbarkeit persönlicher Erinnerungen und ihre Bedeutung für unsere Identität.
- Eine spannende Verwebung von Fiktion und Geschichte (Nationalsozialismus).
- Einzigartiges Worldbuilding rund um eine magische Bibliothek.
- Authentische Charaktere mit moralischer Tiefe.
- Ein packender Aufbau durch zwei Zeitebenen.
Mein persönliches Fazit
Schon das Äußere ist ein Highlight: Während der Schutzumschlag die mystische Atmosphäre einfängt, verbirgt sich darunter ein ebenso liebevoll gestalteter Einband für Sammlerherzen.
Mich hat besonders die Verknüpfung von fantastischen Elementen mit der tatsächlichen Historie fasziniert. Der Schreibstil ist sehr einladend, auch wenn die Geschichte eine gewisse Zeit braucht, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Lisavet als Protagonistin hat mich von Anfang an berührt, da ihre Entwicklung komplex und nicht immer vorhersehbar gestaltet ist.
Gegen Ende nimmt die Erzählung stark an Fahrt auf. Auch wenn das Finale im Vergleich zum ruhigen Aufbau fast ein wenig zu schnell geht, schmälert das den positiven Gesamteindruck kaum. Es ist ein bemerkenswert gelungenes Fantasy-Debüt für alle, die gerne in philosophische Welten abtauchen. Wer „Die Mitternachtsbibliothek“ mochte, wird auch hier sein Herz verlieren.
Ein großes Dankeschön an den dtv Verlag und LovelyBooks für das Rezensionsexemplar.

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